24. Februar 2018

Wohnzimmer im hyggeligen Scandi-Style

Wenn die Küche das Herzstück einer Wohnung ist, dann kommt dem Wohnzimmer eine Bedeutung als Dreh- und Angelpunkt zu. Der heimische Piccadilly Circus, sozusagen. Jedenfalls fühlt es sich für mich so an, wenn in verschiedenen Positionen die Couch anvisiert wird; nach der Heimkehr, zwischendurch wenn etwas auf dem Herd köchelt, eine Pause vom Aufräumen benötigt wird, oder jetzt in diesem Moment - zum Bloggen. 

Ihr ahnt es: eine kleine, 46qm Wohnung beherbergt praktischer Weise Küche und Wohnzimmer in einem - so wird es ganz klar zum wichtigsten Raum, den ich euch heute in voller Pracht präsentieren möchte; ehrlich gesagt habe ich mich darauf bisher (aus verschiedenen Gründen) am meisten gefreut, also here we go:


Unser Wohnzimmer sollte skandinavische Gemütlichkeit ausstrahlen und trotzdem eine Brücke zum dezenten Industrial Style schlagen - so lassen sich die Räumlichkeiten bestens verbinden und doch irgendwie voneinander trennen.


Das wichtigste Wohnstück ist, wie bereits dezent angedeutet, ganz klar die Couch. Hier können wir genug Leute auch noch gemütlich unterbringen, beide gleichzeitig fläzen und es lässt sich wunderbar Sushi essen (was übrigens die erste Speise hier überhaupt war - aber noch ohne Couch, nur mit den Couchtischen, die unsere ersten Möbelstücke waren). 

Das wichtigste Stück war es eigentlich schon bevor wir die Wohnung überhaupt hatten. Dazu, ehem... eine kleine Geschichte


Vielleicht war es nicht unbedingt dieses Sofa selbst. Aber allgemein die ganze Thematik Sofa/Couch. Anfang 2016 wurde die Wohnungssuche aktiver, die ersten Möbelhausbesuche wurden unternommen - so geschah es, dass ein Angebot zu einer riesigen Sofalandschaft (breit, Ottomane, langes Seitenteil, zig Kissen - was man halt so braucht) verlockend wurde. Sehr. Denn: wenn man sich probehalber auf eine Couch setzt, diese dann auch noch schön UND bequem zugleich ist, man eine unvorstellbare Summe erwartet, dann aber (wir erinnern uns: dank Angebot) das Gegenteil auf dem Preisschild entdeckt, kann das auch mal dafür sorgen, dass am nächsten Tag eben beschlossen wird, das Teil zu kaufen. Ohne Wohnung...


Ihr kennt unsere Wohnung inzwischen. Ihr habt das winzige schmale Schlafzimmer inklusive Arbeitsbereich gesehen, unsere Mini-Küche inspiziert und seht nun vor euch den Rest des Wohnbereichs. Wie war das? 3m breite Sofalandschaft? Jap. Passd nüsch.


Dachten wir aber zuvor. Nämlich so lange, bis wir zur Schlüsselübergabe (über ein halbes Jahr später) dann final ausmessen könnten. Jetzt hatten wir ein Sofa, das bald geliefert werden sollte - und eine zu kleine Wohnung noch dazu.

Wer sich nun denkt, dass das nicht allzu schlau ist: ja, schon. Wir waren allerdings schockverliebt und in schwachen Momenten denke ich noch immer gerne an dieses tolle Faulenzparadies zurück, auf dem man sich prima aus dem Weg gehen kann und das obendrauf einfach super aussah. 

(Zu unserer Verteidigung: bei der Besichtigung hat sich der Vermieter vermessen, zudem waren bei der Anzeige falsche Bilder im Netz, die wir aber als Vergleich nahmen.. ups. Hätten wir die eigentlich geplante Couch, würde diese eben den ganzen Raum ausfüllen - wollten dann doch lieber 'nen Esstisch.)


Und die Moral von der Geschicht: kaufe ein Sofa ohne Wohnung nicht. Naja, letztendlich wendete sich alles zum Guten - und ich bin sowas von glücklich mit unserer jetzigen Couch, die noch so viel besser den hyggeligen Scandi-Style wiedergibt. Obendrauf ist sie einfach arschbequem!


Genug von Sofatragödien. Kommen wir zum Star der ganzen Wohnung, so sehe ich das jedenfalls: mein, tschuldige Flo, unser heiß geliebter Esstisch.

Ich kann voller Stolz sagen, dass eben dieser Tisch ganz genau meinen Vorstellungen entspricht - geschmiedetes Gestell, Holzplatte in Fischgrätenoptik, schlichte Eleganz und dennoch Gemütlichkeit. Als wäre er für mich gebaut worden... ach ja, das ist ja der Fall! Und ich könnte kaum dankbarer sein, für dieses wunderbare, handgefertigte Familienstück, was es noch besonderer macht.


Ein weiterer kleiner Fakt am Rande: die Rowico Stühle bestellte ich auf Westwing in weiß, war überglücklich, denn es war ein typisches F5 Battle bis es jemand aus dem Warenkorb nahm. Beim Auspacken dann ein mittelschwerer Schock, wenn man eigentlich weiße Stühle erwartet - beide Paare wurden in schwarz geliefert.


Doch insgeheim wussten die Leute von Westwing einfach, dass schwarze Stühle doch tausend Mal besser zu dem schwarzen Gestell des Tisches passen! Und im Endeffekt erneut: jetzt bin ich heilfroh. Wie hätte das denn mit weißen Stühlen ausgesehen, pff.


Ein gedankliches Update gebe ich euch schon einmal vorweg, ehe es irgendwann bildlich nachgeliefert wird: unsere hübsche (ja, und funktionale - aber das ist nebensächlich) Marschall Box steht neben dem Fernseher, daneben (ja, echt jetzt) ganz frisch noch ein Sessel - irgendwie.. musste es sein. Ich brauchte noch mehr Fläzplatz. 

Ach ja, und wer entdeckt hat, dass es über dem Tisch noch etwas leer aussieht: dort kommt eine Mapiful Karte von Erfurt hin, die wir aber scheinbar so überdimensional groß im Cyber Monday Sale bestellten, dass wir einfach keinen überdimensionalen (70x100cm) Rahmen dazu finden. Am besten in schwarz und wie der Tisch, wer was weiß: ich wäre äußerst dankbar!


Ich glaube man kann es so zusammenfassen, dass es ein paar Startschwierigkeiten gab - ich komm besser gar nicht erst darauf zu sprechen, was für eine Tortur es ist, 15 Regalbretter an eine Altbauwand anzubringen. 

Doch es gibt so viele Dinge, die ich sehr an diesem Raum liebe: den Blick von der Couch, zum Beispiel. Damit meine ich nicht mal unbedingt auf den TV, sondern oben drüber - Fotos von Reisen digital mitzunehmen ist die eine Sache. Diese als Poster auszudrucken und tagtäglich wahrzunehmen, ohne sich daran satt zu sehen, die andere. Bei Fernweh kann der Blick also schnell mal nach Namibia, London und Island abschweifen...


Ich bin nicht bis ins kleinste Detail perfektionistisch, schon gar kein Minimalist - ich bewundere das teils sehr, doch meine persönliche Note muss einfach sein, sonst entsteht für mich kein heimisches Gefühl; und da mag ichs dann doch lieber skandinavisch hyggelig

Doch ein ging nicht anders: das Bücherregal vereinheitlichen. Da wahrscheinlich (wie von jedem Besuch auch) Fragen aufkommen würden - das ist natürlich aus Optikgründen, und ja, wir finden unsere Bücher noch. Aber ihr hättet es vorher sehen sollen - so bunt und unpassend für dieses weiß-grau-schwarz-Holz-Einrichtungs-Ding; da lob ich mir doch die Buchseiten!

BEZUGSQUELLEN
Couch/Sofa: Höffner
Couchtische: Höffner (Höhe angepasst, so passen sie untereinander)
Esstisch: Eigenbau
Stühle: Rowico via Westwing (aktuell sogar zu haben)
Bücherregale: IKEA (die Stützen sind alte Ekby Modelle, die es nicht mehr bei IKEA gibt - das war fast das größte Drama.. nach einem Abklappern aller Ebay Angebote dann die Überraschung: bei Höffner gibt es die gleichen Dinger.. das war letztendlich unsere Rettung, so als Tipp, falls ihr mal in die gleiche Misere geratet)
Kisten (DVDs): IKEA
Vasen, Obstkorb, Kerzenständer: Maisons du Monde
Tablett: Ib Laursen via Ediths
TV-Bank: Home24
Stehlampe: Maisons du Monde

Wie habt ihr euer Wohnzimmer eingerichtet? Gerne auch mit Links zu Posts, ich bin neugierig! Und: eher Minimalismus oder viel Persönlichkeit?

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