20. Januar 2018

Küche Industrial Style: wenig Platz optimal nutzen

Das Herzstück einer jeden Wohnung: die Küche. Hier wird für Gäste gezaubert, gemeinsam gekocht, Chaos angerichtet & findet alles Platz, was Genuss bedeutet.

Ja, auch in dieser kleinen Küche. 
Inzwischen bin ich sogar recht stolz darauf, wie wir es geschafft haben, diese Ecke sowohl funktional als auch ganz ansehnlich einzurichten - und tatsächlich genug Stauraum zu ermöglichen.


Ich versuche es gar nicht erst, eine Schätzung über die Quadratmeter anzugeben. Ein gemeinsamer Freund hat es letztens auf den Punkt gebracht: "Naja, eure Küche ist ja eigentlich auch nur 'ne Ecke vom Wohnzimmer" - jap, so ist es.

Wir sind beide Fan von dem Konzept "Wohnküche", vor allem wenn man noch werkelt und Besuch hat, oder beim Kochen an sich nicht alleine sein möchte. Es bedeutet immer mehr Leben - aber auch sichtbares Chaos. In einer kleinen Wohnung, die insgesamt nicht mal 50qm misst, ist ebenfalls die Küche nicht sonderlich groß - und dennoch ein Ort zum Wohlfühlen und Kreieren.


Meinen Kochstil nenne ich dennoch Chaoskitchen - und das wird hier schnell mehr als deutlich. Inzwischen besserte es sich allmählich, denn aus einer Arbeitsfläche wurden zwei - immer noch zu wenig, aber immerhin.

Eine kleine Erklärung: die Kaffeemaschine stand vorher auf der tiefer gestellten Arbeitsfläche links vom Herd. Ihr könnt euch in etwas vorstellen, was das bedeutet: Messerblock unpraktisch auf dem Regal, der Gemüsekorb auf der Fensterbank und es blieb nur der Platz neben der Spüle, um zu Schnippeln (vom Anrichten mal ganz abgesehen).


Unser bester Freund & Helfer in der Küche ist inzwischen - nein, nicht die geliebte KitchenAid - sondern die Verlängerungsschnur. Universal einsetzbar für Kaffeeautomat, Mikrowelle auf dem Kühlschrank oder KitchenAid. Not macht erfinderisch - nach ewigem Ausprobieren (der Kaffeeautomat stand auch schon dort, wo jetzt Wasserkocher & Co. stehen) ist diese Option wirklich optimal.


Ganz besonders verliebt bin ich in die Ecke, die Unterschlupf für die sperrige KitchenAid und den monströsen Kaffeezauberer findet. Die Regale harmonieren traumhaft gut, was tatsächlich eher Zufall war (auf dem Bild war der Boden des Hängeregals von Impressionen hell).

Nachdem die Kochbücher nie so richtig passend im Bücherregal waren, sehen sie hier umso besser aus - und machen natürlich deutlich mehr Sinn. Die hoch geschätzten Skeppshult Gewürzmühlen sehen auch aus, als würden sie dazu gehören (dunkles Holz, Gusseisen - yejjj!) & sogar meine zehntausend Teesorten finden Platz. Entdeckt ihr es? Eine Box oben, zwei unten und ein paar kleinere drumherum.


Not macht erfinderisch 2.0: auch die Wände waren für Regale eher begrenzt. Nicht mal das typische IKEA-Wandregal hat hingepasst. Also: aus einem mache mal wieder zwei, mittig durchgesägt und jetzt passt es hervorragend und sieht in der Ecke sogar gut aus.


In den Schränken befinden sich übrigens Töpfe, Pfannen sowie Mixer & Pürierstab (links), Backwaren & -zubehör, der Mülleimer samt Putzmittelchen (beide rechte Seite) und unter dem Kühlschrank sämtliche Lebensmittel auf Vorrat, Müsli/Frühstückskram, Pasta, Reis etc. Als Orientierung, was alles doch so Platz findet - und das sogar in reichlichem Umfang.


Dementsprechend mussten Gewürze und Brettchen draußen unterkommen. Letzteres ist wohl offensichtlich: die Holzbrettchen passen aber auch recht gut hinter das Waschbecken, wie ich finde. 

Gewürze verstecken sich: einmal haben wir das Gewürzkarussell (sehr praktisch!), ein paar Döschen und alle weiteren befinden sich in den zweckentfremdeten Krügen. 


Ich brauch euch nichts vormachen: an schlechten Tagen fluche ich des Öfteren über die geringe Größe der Küche. Wir beide sind dort viel aufzufinden: ich liebe es zu kochen, Flo entdeckt derzeit vor allem das Brotbacken für sich. Beides benötigt eine Menge Platz - und der ist schlichtweg an Arbeitsfläche nicht vorhanden, an Stellfläche eben auch nicht. Ein Muss für die nächste Woche ist definitiv eine größere Küche - aber bis dahin sind wir trotzdem zufrieden.

Ich meine: schick sieht sie ja aus, unsere Einbauküche. Und ich kann mit Sicherheit behaupten, dass jedes Zentimeterchen Platz genau ausgenutzt wird - sieht im Kühlschrank übrigens genauso aus.


5 Tipps um eine kleine Küche optimal zu nutzen


1. Mehr Platz für Arbeitsfläche:

auf jeden Fall nichts zustellen, das habe ich schnell gelernt! Selten genutzte Geräte, bei uns wären das z.B. Mikrowelle und Toaster, können auch auf einen erreichbaren Schrank wandern. Verlängerungskabel können Wunder bedeuten! Nutzt zudem auf jeden Fall den Platz in Schränken vollends aus. 
Ach ja: der Backofen selbst eignet sich auch hervorragend, um Auflaufformen, Bleche etc. unterzubringen!

2. Aufbewahrungsmöglichkeiten jeder Art

Das beginnt in den Schränken und im Kühlschrank, wo alles in Kisten "thematisch" sortiert ist. Das spart tatsächlich eine ganze Menge Platz!! 'Draußen' ist es nicht ganz unwichtig, dass es hübsch aussieht - zudem ist es oftmals sehr praktisch. Zum Beispiel Teeboxen (lassen sich prima stapeln), Dosen, kleine Einweckgläser oder eben sogar Krüge. 

Wer Platzprobleme im Kühlschrank hat: informiert euch, welches Obst/Gemüse wirklich hineingehört oder auch außerhalb aufbewahrt werden kann. Das spart nicht nur Platz sondern sieht auch dekorativ aus.


3. Passende Regale finden

Wie man sieht - das Stand- & Wandregal passt von der Breite genau hin. Das Wandregal neben den Schränken wurde passend zugeschnitten. In kleinen Küchen machen es auch die kleinen Abstellmöglichkeiten - äußerst praktisch sind auch Gewürzregale (von IKEA). Derzeit haben wir davon eins über der rechten Arbeitsfläche und zwei unter dem Fenster - nicht nur für Gewürzgefäße, sondern auch schmale Flaschen, Packungen etc.


4. Die Details nicht vergessen

Auch die Küche darf ein Ort sein, der ein wenig Charakter bekommt. Etliche unserer Küchenaccessoires sind aus Göteborg - also nicht nur funktional, sondern Souvenir zugleich. Der kleine Teller war ein Geschenk zum Studiumbeginn, die Esspressotasse kaufte ich im letzten Norwegenurlaub, frische Blumen hauchen ein wenig Leben ein,... Selbst in den kleinsten Küchen können Vorlieben eingebracht werden - eine Tee- oder Kaffeestation zum Beispiel. 

5. Nicht alles muss in der Küche stehen

Der Keller ist unser bester Freund. Sei es für Getränke, Geräte die noch seltener als Mikrowelle & Co. verwendet werden (Nudelmaschine, Backformen etc.) oder nicht alltägliche Putzmittelchen. Wenn ihr keinen Keller habt, gibt es vielleicht auch in irgendeiner Schublade/einem Schrank ein wenig Stauraum.


BEZUGSQUELLEN

Küchenzeile: Nobilia (Höffner)
Hängeregal Industrial Style: Impressionen
Standregal: Home24
Getränkeregal: Höffner
diverse Brettchen: TK Maxx, Xenos, Tegut, IKEA, Markt
Schälchen: House Doctor/Depot
Gewürzkarussell: Höffner
Küchenrollenhalter: sensoclean (Göteborg)
Göteborg Untersetzer, floraler Untersetzer: Men at Work (RoyalDesign; Göteborg)
schmale Wandregale: IKEA
Salz, Mehl, Zucker: Höffner
Salz- & Pfeffermühle: Skeppshult
Krug: H&M Home
kupferfarbenes Schüsselset: Impressionen
Gin & Tonic Schild: Impressionen
Salz/Pfeffer Näpfe: radär (Stilleben Erfurt)

So wie es jetzt ist, bin ich durchaus zufrieden. Oder eher: wir. Irgendwie war es doch möglich, aus dem Eckchen im Wohnzimmer eine funktionale und schicke Küche zu machen. 

Wie sieht eure Küche aus? Großzügiger als diese? Seid ihr zufrieden, oder habt ihr Wünsche, was ihr gern anders hättet?

Kommentare :

  1. Eine wirklich total schöne Küche! Die gefällt mir echt sehr! Grad bei kleinen Küchen ist es ja oftmals auch gar nicht so einfach, sie praktisch und schön zu gestalten.

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  2. Die Küche gefällt mir so sehr gut, gerade durch die vielen Kleinigkeiten. Gut gelungene Umsetzung.
    LG Barbara

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