20. November 2015

{film review} Mockingjay Pt. 2

Von Liebhabern der "Hunger Games" Saga gleichermaßen sehnlichst erwartet als auch mit einem mulmigen Gefühl entgegen erblickt - der letzte und abschließende Teil von "Tribute von Panem" läuft nun seit Donnerstag, dem 19. November in den deutschen Kinos und ist das Finale von etwas ganz Großem. Etwas so Großem, dass es sich, in all seiner Pracht und Ausfaltung, wohl kaum mehr wegdenken lässt. Grund genug für mich, verabschiedende Posts in die Blogosphäre zu setzen, um all dem ein wenig zu gedenken. Heute soll es um meine persönliche Meinung zum Film gehen.

source

Handlung
Ein sich zuspitzender Krieg, eine Dreiecksbeziehung, die den mitfiebernden Zuschauern immer wieder in Aufregung versetzt sowie viele mal mehr, mal weniger überraschende Wendungen. Das ist Mockingjay Part 2 - 137 Minuten Spannung, Mitfiebern und eventuell auch das ein oder andere feuchte Auge. Nachdem Katniss Everdeen sich von Peetas Würgeattacke nach und nach erholt, bleibt unklar, was nun wirklich aus ihm werden soll - ob er sich jemals wieder von den Injektionen und Manipulationen des Kapitols erholen wird. Unterdessen wird das fortgesetzt, was sich bereits im ersten Teil von Mockingjay zunehmend angekündigt hat: die Rebellion gegen das Kapitol und Präsident Snow, dessen Figur, der Spotttölpel, in der Protagonistin Katniss Everdeen gefunden wurde. Doch sie ist mehr als das - denn ein guter Spotttölpel ist sie nur dann, wenn sie auch für das kämpft, wofür sie zuvor in zahlreichen Propos, den Kurzfilmen gegen das Kapitol von Distrikt 13, dasteht - für die Befreiung von Panem. Gegen Präsident Snow.
So kam es dazu, dass sie es unter erschwerten Umständen ins Kapitol schaffte, um gemeinsam mit ihrem Trupp, der Spezialeinheit 451, an der Front für die Rebellion, und für ein neues Panem zu kämpfen.

Was ich dazu sage...

Bestückt durch zahlreiche Konflikte wird die Handlung stetig vorangetrieben - eindrucksvolle Szenen, die übrigens unter anderem in Paris sowie im Berliner Tempelhof gedreht worden, lassen den Zuschauer staunen und durch die Darstellung in 3D wird eine noch sehr viel intensivere Wirkung hervorgerufen, wenn ich persönlich auch finde, dass es nicht unbedingt von Nöten gewesen wäre. Man zittert mit, fühlt mit, und ja, ich gebe zu - der Fakt, dass ich nah am Wasser gebaut bin, kam hier doch recht häufig zum Wirken. Es passiert mehr, als man wohl annehmen würde, hält dementsprechend auch die ein oder andere Überraschung bereit, die das Zuschauerherz in Aufregung oder Zufriedenheit versetzen. Mockingjay Part 2 ist für mich ein Film, der in mir das Gefühl hervorrief, es solle nicht zu Ende gehen - man wollte mehr sehen, wollte wissen, wie es weiter geht. Es ist also ein Leichtes, bei der Handlung am Ball zu bleiben; und das ohne, dass es langweilig wird.
Dennoch baut es sehr auf den Vorgängern der Filmreihe auf - ist also die typische Art von "etwas zum Ende bringen", doch kann eigentlich sehr viel mehr, als man erst einmal annehmen mag. Francis Lawrence und Nina Jacobson haben in meinem Empfinden auf Grundlage von Suzanne Collins' Buch einen Film in die Welt gesetzt, der wohl künftig zurecht als Megablockbuster gelten wird - abgesehen vom bereits geltenden Erfolg bin ich jetzt schon davon überzeugt, dass die Kinokassen ordentlich klingeln werden - und auch ich trage gerne meinen Teil dazu bei, denn ein zweites Mal werde ich mir das Spektakel ganz bestimmt noch ansehen.


Mockingjay ist ein Film, der packt und fesselt. Der eine Handlung hat, die das Herz erwärmt und an manchen Stellen stark an den eigenen Verstand appelliert - eine Sache, die ich an dieser Stelle gerne hervorheben möchte. Ist der Streifen an sich natürlich recht einfach gestrickt und insgesamt leicht verständlich, wohl auch einer der typischen Jedermannsfilme, sollte man sein Gehirn dennoch nicht an der Garderobe abgeben, und doch ab und an hinter die Fassade blicken. Denn aus gewissen Handlungen kann sicher ein jeder von uns noch eine ganze Menge lernen...

Nichtsdestotrotz gibt es Stellen, an denen man sich von der einen Szene mehr, von der anderen weniger wünscht. Das Verhältnis ist an sich doch sehr nah an der Buchvorlage, sorgt aber dafür, dass es für den unbelesenen Zuschauer etwas flach wirken könnte, und so einige Gefühle beziehungsweise bestimmte Emotionen untergehen, die größeren Raum zum Wirken verdient hätte.

Schauspielerische Leistung

Ich bin kein Spezialist, was das angeht. Aber ich weiß, wann mich jemand beeindruckt, und wann mich jemand berührt. Haken wir das Sahnehäubchen und den Hollywoodliebling gleich zu Anfang ab - Jennifer Lawrence. Moment, bedarf das überhaupt noch Worten? Reicht nicht die pure Erwähnung von Jen? Sie verkörpert für mich Katniss, wie sie sein soll - sie schafft das, was wohl die größte Schwierigkeit des gesamten Filmes ist: die Gedanken und Gefühle der Protagonistin ohne ergänzende Worte deutlich zum Ausdruck zu bringen. Auch Josh Hutcherson bewies in der Rolle des Peeta Mellarks erneut, dass ihm das Schauspielern in den Kinderschuhen steckt; in Mockingjay kommen die Emotionen Peetas in einer ganz anderen Art und Weise zu tragen - und durch Josh's Leistung sollte es für den Zuschauer nicht schwer sein, die Wandlung vom damaligen Bäckersjungen in den vom Kapitol manipulierten jungen, verzweifelten Mann zu erkennen.

Weitere bekannte Gesichter, wie der charmante Australier Liam Hemsworth als Gale Hawthorne oder  der umwerfende Brite Sam Claflin als Finnick Odair, können und konnten für mich ebenfalls überzeugen. Mit letzterem habe ich mich im Laufe der Zeit gut anfreunden können - sehr sogar. Für eine Verkörperung von Finnick Odair ist es keine leichte Sache gewesen, Anforderungen gerecht zu werden - doch das hat Sam von vorne bis hinten meines Erachtens nach gut gemeistert. Liam spielt die Rolle als Gale glaubwürdig, ist für mich dennoch eine Verkörperung, die zwar die Handlung mitbestimmt, aber nicht zu sehr durch gewisse Leistungen auffällt. Überraschungen sehe ich immer wieder in Natalie Dormer und Jena Malone - zwei zierliche, zarte Persönlichkeiten, die in ihren Rollen als Produzentin Cressida und Siegerin Johanna Mason der Bezeichnung "Powerfrau" alle Ehre machen.
Größen wie Elizabeth Banks und Woody Harrelson.. keine Frage. Einzigartige Charaktere, die als Effie und Haymitch kaum besser wirken könnten, und den Rollen jeweils eine ganz eigene Note geben. Willow Shields' Auftritt war, wie in den vorherigen Filmen ebenfalls, nicht von allzu intensiver Länge - dafür ist es mir aber in jeder Sekunde aufgefallen, wie gut sie die Entwicklung Prim für den Zuschauer rüberbringen konnte. Davon bin ich immer noch mächtig begeistert! Jedoch kam sie in diesem Fall von ihrer Präsenz und Wichtigkeit deutlich zu kurz - das hätte ich mir dann doch anders und vor allem emotionaler gewünscht. Begeistert bin ich auch (wie immer) sehr von Donald Sutherland - auch hier die gleiche Frage; bedarf es da Worten? Er trifft den Nagel auf den Kopf. Aber mit einem Schlag. Präsident Snow's Rolle war in diesem Teil nochmal sehr viel markanter, in meinen Augen auch umso besser.
Die brillante Julianne Moore hat als Präsidentin Coin ebenso abgeliefert, hätte aber die ein oder andere Emotion passender darstellen können. An dieser Stelle gehört aber erwähnt, dass die Synchronisation wohl so einiges kaputt gemacht hat.

Die Rolle des Plutarch Heavensbee möchte ich nicht bewerten. Aber anmerken, dass ich die Notlösungen wirklich als toll gelöst empfunden habe, sowie der Meinung bin, dass es kaum auffiel, missachtet man die deutlichere Änderung, die jedoch eine tolle und gewissermaßen auch emotionale (bedenkt man die Umstände) Umsetzung fand. Der Film wurde Philip Seymour Hoffman zurecht gewidmet - ein großartiger Schauspieler, den wir so schnell nicht vergessen werden. Auch nicht als Plutarch.

Fazit
Ich verließ den Kinosaal berührt und zufrieden. Meine Erwartungen waren riesig, das lässt sich nicht abstreiten - wurden aber erfüllt. Es ist kein Gefühl der kompletten Erfüllung - hier und da fühlte es sich an, als ob etwas fehlte. Doch insgesamt kann ich nicht einmal sagen, was. Es ist nur so ein Gefühl; doch das der Zufriedenheit überwiegt ganz klar, die Stellen, die ich als bedeutend empfand, wurden toll, teilweise grandios umgesetzt und sorgten für Gänsehautmomente, und das aus zahlreichen Gründen. Jetzt liegt es nur noch an mir, mit einem weiteren Gefühl klar zu kommen: dem der gewissen Trauer, dass diese wunderbare Filmreihe nun vorbei ist. Ach ja, eine kleine Randbemerkung noch - wer der englischen Sprache mächtig ist und die Möglichkeit hat, den Film im Originalton zu sehen: tut es! Selbst ohne das Original in vollem Umfang zu kennen, empfand ich vieles unpassend synchronisiert. Aus "true or not true" "Wahrheit oder nicht Wahrheit" zu machen.. naja. Klingt komisch.

Der zweite Teil von Mockingjay ist als alleiniges Werk kein Sensationsfilm. Dennoch ist klar, dass die Reihe schon durch die Bücher und nach der ersten Filmveröffentlichung Geschichte geschrieben hat. Als Fan der Reihe wird man nicht enttäuscht gehen - als kritischer Kinogänger aber sicher auch nicht.

source

An dieser Stelle möchte ich noch einmal vermerken, welche Schwierigkeiten diese "Kritik" für mich bereithielt: numero eins - objektiv zu bleiben. Für mich spielt diese Reihe, ob Buch oder Film, eine ziemlich große Rolle. Wobei das direkt das nächste Problemchen beschreibt - sich nicht zu sehr auf die Bücher zu berufen, oder diese mit in die Bewertung einzubeziehen, beziehungsweise den Film auch wirklich als Einzelwerk zu betrachten. Genauer gesagt sind es drei: es ist meine erste Filmkritik dieser Art - doch irgendwie fühlte es sich so an, als ob das einfach sein müsste. Vielleicht kommt demnächst noch mehr davon, vielleicht auch nicht. Doch dem Abschluss von Hunger Games wollte ich mit diesem Post noch meinen Zuspruch widmen, das plane ich nun intensiver schon seit zwei Wochen. Dementsprechend lasse ich es mir nicht nehmen, noch einen weiteren Beitrag zu schreiben - was genau, werdet ihr dann in den kommenden Wochen sehen!


Habt ihr vor, euch den Film anzusehen, oder habt ihr Mockingjay bereits gesehen? Falls ja - sagt mir unbedingt, wie eure Meinung dazu ist!

Kommentare :

  1. Tolle Rezension! Hoffentlich kann ich den Film bald sehen.

    AntwortenLöschen
  2. Eine super Kritik :) Ich möchte auch noch unbedingt in den Film, warte aber auch, bis der Ansturm etwas abgeschwächt ist :D
    Habe die Bücher leider nicht gelesen (shame on me :D), aber habe jeden Film verfolgt und freue mich auch rießig auf das Finale! Werde auf meinem Blog auch von berichten!
    <3

    AntwortenLöschen
  3. danke für den toller review :D ich freu mich schon, denn morgen gehts auch endlich ins kino und jaaa meine erwartungen sind auch riiiiiesig! ich bin so gespannt!
    habe es jetzt wochen aufgeschoben weil ich einfach nicht will, dass es vorbei ist.... aber, naja..morgen muss es dann wohl so sein..

    AntwortenLöschen
  4. Ich muss diesen Film unbedingt sehen. Die Bücher hab ich alle geliebt. Sie sind wirklich klasse und jetzt bin ich so gespannt auf das große Finale. Allerdings geh ich da wohl eher mit einem weinenden und einem lachenden Auge ran. Ich freu mich so sehr, das ein neuer Film raus ist, aber ich bin auch total traurig, das es dann zu ende ist. Von mir aus könnten da noch 10 weitere Filme kommen.
    Danke für deine schöne Rewiev. Ich bin wirklich gespannt, wie es mir gefallen wird.

    Liebste Grüße
    Maddie <3

    AntwortenLöschen
  5. Hab' den Film vorgestern gesehen und war sehr positiv überrascht von allem. Fand ihn ziemlich gut adaptiert, aber die Synchro hat wirklich ziemlich gelitten. Allerdings war ich vom Ende einfach super enttäuscht. :D

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über jeden neuen Kommentar!

my post-favourites