26. Mai 2015

{impressions} Benjamin Jaworskyj - Workshop Tour, Eisenach

Manchmal gibt es Zeiten, da kommt einfach alles zusammen. Stress, Fehlschläge, ein streikender Laptop, viele Termine, viele wichtige Angelegenheiten. Einfach Zeiten, in denen man sich nichts als eine Auszeit wünscht. Als ein paar Momente und Augenblicke, die all das wett machen - und eben so etwas durfte ich mitunter vor einigen Wochen in Eisenach mit Benjamin Jaworskyj, seinem Assistenten Rico und 15 anderen äußerst sympathischen Teilnehmern erleben.

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Für diejenigen unter euch, für die der Name Benjamin Jaworskyj kein Begriff ist - erfolgreicher Yotuber, Autor, Fotograf und vor allem; ein äußerst sympathischer Mensch. Schon eine ganze Weile staune ich immer wieder aufs Neue über seine Werke die für mich Inspiration pur sind und bewundere jeden Sonntag (okay, fast jeden.. wenn nicht wird's nachgeguckt, früher oder später ;)) sein Wissen über die Fotografie und dieses einzigartige Vermittlungstalent. In vielen Büchern habe ich bereits gestöbert, habe viele Internetseiten geöffnet und im Endeffekt nach ein paar Zeilen wieder geschlossen, einige Youtube Videos angeklickt - doch es war nie so richtig das, was ich suchte. Da ging ich lieber autodidaktisch vor, auch wenn ich ab und an schon an meine Grenzen stieß.

Dank Ben sieht das jetzt anders aus. Mein Interessenfeld hat sich deutlich erweitert, ebenso mein Repertoire an Ausrüstung seit dem ich, dank Videos, etliches dazulerne. Ich interessiere mich stark zunehmend für die Landschaftsfotografie und kann es einfach kaum erwarten, bei den kommenden Urlauben neues Equipment sowie frisches Wissen auszuprobieren und anzuwenden.

Insgesamt fotografiere ich mit meiner DSLR jetzt 3-4 Jahre - keine unendlich lange Zeit, aber immerhin so viel, dass man sich einiges aneignen kann. Und ich behaupte an dieser Stelle mal; das habe ich schon, gewissermaßen. Als blutigen Anfänger würde ich mich nicht bezeichnen, als Profi natürlich noch weniger. Eher so ein Mittelding - aber eigentlich nicht in dem Ausmaß, dass man auf den ersten Blick denkt, dass ein "Grundlagen Workshop" unbedingt das passende ist. Aber eben doch nur auf den ersten Blick..

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Denn was ich schon vorher wusste - wenn ich einen Workshop bei Ben buche, nehme ich davon in jedem Fall eine Menge mit. Und das wurde ganz eindeutig bestätigt! Nicht nur, dass man vieles Neues lernt - es ist insgesamt eine ganz einzigartige Erfahrung. Sechs Stunden lang mit gleichgesinnten eine tolle Zeit verbringen? Unbezahlbar! Neue Inspirationen finden und entdecken? Eigentlich immer genau das, was ich liebe und suche. Professionelle Unterstützung und Anregungen vom fotografischen Vorbild? So, so viel wert! Es gibt aufgenommene Situationen, auf die wäre man selbst nicht so gekommen. Doch dank Ben, Rico und Mit-Fotografiefreudige wurde all das ziemlich schnell, einfach und verbunden mit viel Spaß an der Sache möglich.
Insgesamt kann ich berichten - es ist eine grandiose Kombination, und ich bereue keinen Pfennig. Der Workshop deckt mit den verschiedenen Unterteilungen für diesen einen Tag ein sehr breites Spektrum ab; angefangen von einleitenden Aufgaben, die vor allem als erstes unsere Fähigkeiten überprüfen sollten, welche wir uns bereits zuvor so angeeignet haben, und anschließend unser Auge schulen sollte. Wer von euch kam bereits auf die Idee, einfach mal gezielt loszuziehen, nicht einzig allein mit der Vorstellung, schlichtweg 'mal Fotos zu machen'? - ich gestehe, naja.. ich nicht so. Das war eben eher ein Losziehen, mal Kamera mitnehmen, mal Fotos machen. Aber speziell auf Farben, Objekte, festgelegte Motive zu achten.. das ist doch mal was ganz anderes. Anders im Sinne vom Erlebnis und von den Motiven - man sieht so viel, was man zuvor nicht so in der Art wahr genommen hat, wie von Ben vor Beginn der Übung bereits versprochen. Das kann ich so ganz eindeutig bestätigen. Selbst Tage danach kann man nicht aufhören, nach potentiellen Motiven der Farbe weiß zu suchen - und vor allem auch fündig zu werden. Nach dem Workshop blieb unser Grüppchen der Eisenacher Truppe dank Facebook übrigens glücklicher Weise erhalten, und derzeit können wir auch nicht anders, als damit weiterzumachen - diesmal mit der Farbe Gelb für alle als Vorgabe.. Hach ja. Ehe ich abschweife, kurz gefasst (okay, das ist eh zu spät) - selbst aus den 'einfachsten' Übungen kann man schon verdammt viel mitnehmen.


Zweiter Teil des Workshops? Portraits, Portraits, Portraits! Mit Blitz, ohne Blitz, verschiedene Posen, etliche Tipps vom Chef.. Um mich da nicht zu lang aufzuhalten: ich konnte für mich sehr viel an Erfahrungen sammeln, denn wer mich kennt, dürfte wissen; Portraits bzw. allgemein Menschenfotografie sind nicht unbedingt die Motive, die ich oft vor der Linse habe. Umso mehr Spaß hat es hier mit meinem 3er-Grüppchen gemacht.
Da hab selbst ich mich dabei erwischt, mal pro Rauchen zu sein und unseren Paten (= derjenige, der mit-organisiert hat) zu fragen, ob er denn mal eine Zigarette zücken könne.. das Wunschmotiv ging mir einfach nicht aus dem Kopf und ist im Endeffekt (dank Hilfe) eigentlich ziemlich so geworden, wie ich es mir vor meinem inneren Auge vorgestellt habe.

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An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die zwei Jungs die mich für den Zeit des Workshops ertragen haben, und in diesem Fall speziell an Basti - ich behaupte mal so ein Bad-Ass-Raucher-Model-Auftrag wär dir sicher ;).

So insgeheim muss ich jetzt mal einwerfen.. das Kurzfassen fällt mir schwer. Okay, das tut es mir immer und in jedem Post, in diesem Fall aber ganz besonders. Oder wenn man es verallgemeinert - mir fällt es immer dann ganz besonders schwer, wenn ich mich für das, worüber ich schreibe, wirklich sehr begeistern kann und konnte. Denn auch der nächste Teil war (nach Stärkung beim Döner.. wenn man bepackt mit Kamerausrüstung in so einem Trüppchen durch die Stadt läuft, ist einem Aufmerksamkeit übrigens definitiv gesichert) wirklich toll.

Die Wartburg habe ich bis dato immer nur von unten oder direkt vor der Nase gesehen - ohne diesen einzigartigen Ausblick neben dem Burschenschaftsdenkmal, mit Sonnenuntergang bis blaue Stunde und Blick über Eisenach mit vielen funkelnden Lichtern..

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Für mich einzigartig, vor allem dann, wenn man Eisenach so noch nicht erlebt hat. Außerdem - wenn man nicht gerade allzu viele Freunde und Bekannte im Umfeld hat, die sich mal eben ein paar Stündchen bei niedrigen Temperaturen bis es dunkel wird gemeinsam zum Fotografieren in Eisenach treffen -- könnte diese Möglichkeit kaum besser sein. Und seien wir mal ehrlich; allein? Niemals! Dafür ist mir die Zivilisation auf diesem Berg eindeutig zu.. naja. Gering.


Etliche Worte habe ich jetzt schon verloren, ein paar möchte ich noch verlieren - denn auch ihr sollt als Leser wenigstens in etwa den Eindruck erhalten, wie ich ihn erleben durfte.

Für mich war es der erste Workshop dieser Art - und ich muss zugeben, dass ich mit ziemlich hohen Erwartungen an die Sache ran gegangen bin. Sowas probiere ich immer zu vermeiden.. aber es ging einfach nicht. Wer die Videos und Ben als Fotografen 'kennt', kann sich in etwa vorstellen, was sich dann für Vorstellungen im Köpfchen bilden. Doch im Endeffekt wurden sie zweifellos übertroffen.
Selbst in der allerersten Runde konnte ich schon einige neue Informationen für mich gewinnen, für die Portrait-Fotografie fühle ich mich jetzt deutlich besser gewappnet.. und die Fotografie in der blauen Stunde hat irrsinnig viel Spaß gemacht, natürlich auch verbunden mit vielen Tipps.

Die Organisation ist grandios gemeistert. Es wird sich immer um einen gekümmert, Fragen werden beantwortet und der gesamte Tagesablauf ist absolut gut durchdacht und umgesetzt; ich behaupte mal, eine bessere Kombination von Theorie und so viel Praxis ist selten möglich, vor allem für einen Preis von 150€ - und da zitiere ich doch gerne den (talentierten! unbedingt dieses Bild angucken) Jürgen; "Ich hab schon Workshops für 400€ bei einem anderen Profi-Fotografen gemacht, da hab ich nicht mal ein Drittel von dem gelernt, was wir bei dem Portrait-Part heute gelernt haben" - und ganz ehrlich? Das kann ich mir leider sehr gut vorstellen.
Wo wir beim Thema sind; also, beim Thema andere talentierte Menschen und Organisation - die Zusammenarbeit in der Gruppe war auch eine wirklich tolle Erfahrung. Vor allem deshalb, dass auch nach dem Workshop noch immer ein reger Austausch besteht, womit ich vor Antritt des Workshops (als eine von zwei weiblichen Persönchen) niemals gerechnet hätte. Und apropos Menschen - da gehören Ben und Rico natürlich noch einmal hervorgehoben. Ein bisschen ist es schon was besonderes, durch direkten Kontakt von dem Fotografen zu lernen, von dem man allein über das Internet so viel lernt und zu dem man ja schon ein bisschen hinauf sieht, auf jeden Fall auf seine Bilder. Ihm zusätzlich mal über die Schulter gucken kann, von dem man sich direkt ein paar Tipps und Meinungen einheimsen kann und mit dem man mal ein paar Worte wechselt, wie es sonst nicht anders möglich wäre.

Abschließend: für mich war es eine ganz grandiose Erfahrung. Wenn das Jahr nicht noch so viel (vor allem preislich) bieten würde, würde ich direkt wieder einen Workshop in Betracht ziehen. Sei es einer von der neuen Portrait Workshop Tour oder die kommenden Landschaftsfotografie Ausflüge.. für mich steht zumindest fest; mein letzter war es sicher nicht. Und ich halte dann direkt mal Ausschau nach der Farbe gelb ;)..

Kommentare :

  1. Die Fotos sind richtig toll geworden. Jetzt wo ich deine Erfahrungen lese, habe ich auch gleich Lust, einen Workshop zu machen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich da der Blickwinkel nochmal ganz verändert und man Fotos schießt, die man sonst nie für sich entdeckt hätte. Gerade Portraitfotos finde ich auch ganz schwierig, obwohl ich so oft die Werke von anderen Bloggern und Fotografen bewundere, fällt es mir selbst ganz schwer, sobald ein lebendiges Objekt vor der Kamera ist. Aber ich denke, es schadet nie, neue Dinge auszuprobieren und auf der anderen Seite auch seine Nische zu finden. Deine Fotos finde ich sowieso immer so gelungen :)
    GLG Charlotte

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  2. Wooow! Die Fotos sehen richtig toll aus!
    Du scheinst echt viel in diesem Workshop gelernt zu haben. Da bekommt man selbst Lust, so einen Workshop zu machen. :)
    LG Thi

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  3. Ich liebe die Videos von Benjamin Jaworskyj. Das wäre echt ein Traum auch mal an so einem Workshop teilzunehmen.
    Tolle Bilder hast du übrigens gemacht :)
    xx

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  4. Ich als Hobby Fotograf ;-) finde deine Bilder total Klasse. Der Workshop hat sich echt gelohnt, einfach Traumhaft schön dieser Ausblick.
    Liebe Grüße Lena

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